Zitate

„…weil diese Skulptur durch die Schnitte, die Einzüge von Raum und durch das in den Raum wieder hinaus sich begeben, etwas tut was eine Welle, eine Woge auch tut, was jedes lebendige Element tut, nämlich atmen. Dieses geschieht in der Schwere und Härte ihres Granitgesteines.“

„… er tut etwas was ungewöhnlich ist, wenn man die Tradition der Skulptur betrachtet. Die Skulpturen von Werner C. Sauer haben kein Oben und Unten mehr. Das heißt, er zieht sie heraus aus der thronenden Vertikalen oder der ruhenden Horizontalen, wie es die Sockelfigur zeigt die wir ja seit Jahrhunderten kennen. Er lässt sie rollen, die Bewegung einer Woge, oder eines Spin entsteht. Natürlich können wir das auch praktisch machen, aber es reicht der gedankliche Vollzug.“

Aus einer Rede von Dr. Beatrix Nobis am 7.9.2007

 

Mit dem Raum

„Zeit, ein unaufhörliches Winden, Drehen, sich Ausdehnen und Zusammenziehen.
Form, die im wiederkehrenden Greifen der Hände entsteht.
Den Innenraum sich nicht berührender Hände füllend.
Eine Choreografie von Rotation.

Die Steinskulptur die mich interessiert verlässt deutlich das Blockhafte, wie es das Rohmaterial Stein uns zeigt. Das klar definierte Volumen eines Steinblocks fordert mich heraus, innerhalb dieses beschränkten Raumes, dreidimensional zu formen. Es entsteht Skulptur, die von einem oder auch mehreren Standpunkten aus nicht mehr restlos vorstellbar ist. Die Form zeigt dynamische Rotation, freie Bewegung im Raum, sie verzichtet auf eine Definition ihrer Position mittels einer Standfläche.

Es interessiert mich Bewegung, Rotation, sich Wenden und wieder Ankommen sichtbar zu machen. Daraus entsteht Komplexität und Unüberschaubarkeit der Form. Die paradoxe Wahrnehmung, dass unendlich viele Standpunkte zum Erfassen des Ganzen einzunehmen notwendig wären, aber nie einzunehmen sind, dies führt gewissermaßen zu einem Verschwinden des Objektes. Da ist einerseits der statisch schwere Stein, klar umrissen vor dem Betrachter stehend, andererseits die Verweigerung der visuellen Fassbarkeit.

Meine Steinskulpturen zeigen ein rotierendes System, geprägt von konkaver und konvexer Räumlichkeit, es entsteht Rhythmus und Bewegung. Dabei suche ich eine Gestalt, die zwar in sich und im Detail, mittels klarer Linien und gebogener Flächen definiert ist, im Ergebnis wünsche (suche) ich mir allerdings eine Form die ich mir selbst nicht restlos vorstellen kann.

Beobachtung der Formbildungen, die in den verschiedensten materiellen Gegebenheiten (wie Wolken, in Stein sich grabende Flüsse, Spiralgalaxien, Sahne im Kaffee, Rauch etc.)  zu finden sind, legen den Schluss nahe, dass diese Ähnlichkeiten Prinzip haben. An dieser faszinierenden Vermutung entlang entstehen Skulpturen, Zeichnungen und Makrofotografische Aufnahmen.“

W.S. 2018